Die an den Tod nicht glauben

Autorin: Cleo Sternberg
ISBN: 978-3-426-44973-8
Seiten: 400
Reihe: Gerichtsmedizinerin Perdita Menke ermittelt
Erschienen: 11.07.2024 bei Droemer-Knaur
Genre: Historischer Kriminalroman
Verlagsseite

Kurzbeschreibung des Verlags

Berlin, 1910: Als eine Frauenleiche aus der Spree gefischt wird, stempelt der zuständige Rechtsmediziner den Fall vorschnell als Selbstmord ab.
Doch die junge, aufstrebende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke weigert sich, diese Nachlässigkeit hinzunehmen.
Ein unscheinbares Detail an der Leiche erregt ihre Aufmerksamkeit und lässt sie einen historischen Mordfall vermuten – ein Echo ihres eigenen, ungeklärten Familiendramas.
Ihre persönlichen Ermittlungen führen Perdita direkt zu dem ebenso geheimnisvollen wie charmanten Leichenbestatter Charon Czerny.
Macht er aus dem Tod eine makabre Show oder versucht er, den wahren Täter zu schützen?
Zwischen tiefem Misstrauen und unbestreitbarer Anziehungskraft müssen die resolute Gerichtsmedizinerin und der rätselhafte Bestatter zusammenarbeiten, denn ihre Nachforschungen geraten schnell in höchste Gefahr…

Autorinnenbiographie des Verlags

Cleo Sternberg kam 1975 zur Welt und verliebte sich auf den ersten Blick. Mit ihrer Familie pendelt sie bis heute durch Europas schönste Städte, studierte Geschichte, weil in der Vergangenheit so viel Zukunft liegt, liebt schillernde Filme und schreibt am liebsten mit Blick auf einen Fluss und viele Menschen. Ihr Interesse an den dunklen Seiten der menschlichen Seele kann sie sich leisten, weil in ihrem Leben so viel Licht ist. 

Meine Meinung

Dieser Roman hat mich sofort abgeholt und in das Berlin der späten Kaiserzeit entführt. Das Setting wirkte unglaublich lebendig; ich hatte wirklich das Gefühl, es mit allen Sinnen wahrnehmen zu können. Es stellte für mich eine gelungene Mischung aus bekannten und unbekannten Facetten der Zeit und vor allem der Stadt Berlin dar. Zu vertrauten Orten wie zum Beispiel dem Aschinger gesellten sich interessante neue Orte wie das Schwarze Ferkel.

Die Figuren fand ich durchweg gelungen. Perdita wirkte auf mich wie ein sehr glaubwürdiges Produkt ihrer für die damalige Zeit doch sehr ungewöhnlichen Jugend. Sie hat hochfliegende Pläne und sicher auch den Kopf und das Talent dazu, muss aber noch lernen, mit den Widerständen der Welt klarzukommen, denen sie als Frau leider ausgesetzt ist. Und mit ihrer Impulsivität bringt sie sich selbst häufig in gefährliche Situationen oder schafft Probleme für ihr Umfeld, weil sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht vorher durchdenkt. Auch die anderen Figuren sind mir sehr ans Herz gewachsen, bis hin zu Nebenfiguren wie der Mutter des Polizeianwärters Dieter Schulz (und Perditas Vater sowieso). Jede wirkte mit Stärken und Schwächen authentisch und man konnte erkennen, was die einzelnen Personen antreibt, wofür sie brennen.

Der Fall selbst blieb durchweg spannend. Man konnte zwar erahnen, wer letzten Endes die Tat begangen hat, doch bis zum Schluss blieb ein gewisser Zweifel. Auch die Tatsache, dass Charon Czerny (allein dieser Name ist eine brillante Idee) bis in die zweite Hälfte des Buches ziemlich undurchsichtig blieb, sorgte dafür, dass man nicht zu früh auf die richtige Spur kam.

Ich freue mich schon auf weitere Bände der Reihe, es gibt genug offene Fragen, auf deren Lösung ich jetzt schon gespannt bin und setze fest darauf, dass die Autorin uns wieder einen brillant konstruierten Kriminalfall liefern wird.

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