Aller Tage Hoffnung

Autorin: Veronika Rusch
ISBN: 978-3-7517-2857-7
Seiten: 445
Erschienen: 31.03.2023 bei Bastei-Lübbe
Genre: Historischer Roman
Verlagsseite

Kurzbeschreibung des Verlags

Zwischen engen Gassen und belebten Bahnhöfen, geprägt von Aufbrüchen und Enttäuschungen, liegt die Mission am Schlesischen Bahnhof – ein Ort, an dem Verzweiflung und Hoffnung aufeinandertreffen.

Berlin, 1908. In der Mission am Schlesischen Bahnhof finden die vielen Verzweifelten, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Stadt strömen, Zuflucht. Hier kreuzen sich die Wege zweier junger Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die mittellose, abenteuerlustige Natalie und die aus wohlhabendem, bürgerlichem Hause stammende Alice, die sich jedoch nicht mit ihrer Rolle als behütete Tochter zufriedengeben möchte. Zusammen setzen sie sich dort ein, wo sie gebraucht werden. Dabei ist Natalies tatkräftige und offene Art von unschätzbarem Wert, denn die Menschen vertrauen ihr. Doch bald zeigt sich, dass nicht jeder mit dem wohltätigen Engagement einverstanden ist. Irgendjemand sieht in der Hilfeleistung eine Störung seiner eigenen Geschäfte mit den Bedürftigen…

Autorinnenbiographie

Veronika Rusch ist Jahrgang 1968. Sie studierte Rechtswissenschaften und Italienisch in Passau und Rom und arbeitete als Anwältin in Verona, sowie in einer internationalen Anwaltskanzlei in München, bevor sie sich selbständig machte. Heute lebt sie als Schriftstellerin mit ihrer Familie in ihrem Heimatort in Oberbayern. Neben Romanen schreibt sie Theaterstücke für Erwachsene und Kinder sowie Dinner-Krimis. Für ihre Krimikurzgeschichte Hochwasser erhielt sie 2009 den zweiten Preis im Agatha-Christie-Krimiwettbewerb.

Meine Meinung

Aller Tage Hoffnung war mein erstes Buch von Veronika Rusch – aber es wird nicht das letzte bleiben.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und fesselnd. Sie verbindet in diesem Roman erfolgreich zwei Genres: Zum einen zeichnet sie ein Gesellschaftsbild Berlins im frühen 20. Jahrhundert, in dem Frauen versuchen, sich mehr Rechte und Freiheiten zu erkämpfen und gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen. Zum anderen ist das Buch ein Spannungsroman, da die Bahnhofsmission den Schleppern ein Dorn im Auge ist, die junge Frauen für Bordelle und andere finstere Machenschaften suchen, was eine der Protagonistinnen in Gefahr bringt.

Die beiden Protagonistinnen, aber auch die die Nebenfiguren wirken lebendig und authentisch. Als Leserin versteht man ihre Beweggründe, Ziele und Träume. Die meisten Figuren stammen aus den unteren Gesellschaftsschichten oder bewegen sich außerhalb der Gesellschaft. Aber das Leben von Alice gibt Einblick ins höhere Bürgertum und die Einschränkungen, die es gerade für Frauen mit sich bringt. In dem Teil des Buches finden sich auch die kleinen Schwächen, die ich an dem Buch sehe – für Alice scheint mir alles zu glatt zu verlaufen, sie schafft es, sämtliche Probleme zu überwinden und kann problemlos mit der Armut und ihren Folgen umgehen. Und die Figuren aus dieser Gesellschaftsschicht wirken auf mich eindimensional und eher schwarz-weiß gezeichnet.

Aber trotz dieser kleinen Abstriche ist das Buch eine klare Leseempfehlung.

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